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Mitarbeiterschulung: Do’s & Don’ts der Schädlingsprävention

Warum Mitarbeiterschulungen in der Schädlingsbekämpfung wichtig sind

Das Einbeziehen von Mitarbeitenden in Hygiene- und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ist ein zentraler Bestandteil eines wirksamen integrierten Schädlingsmanagements (IPM). Da Qualitätsmanager nicht ständig vor Ort sein können, sind wachsame Augen und Hände vor Ort von großem Wert.

Von übersehenen Brotkrümeln, die Ameisen anziehen, bis hin zu undichten Rohren, die Nagetiere locken – kleine Probleme können schnell große Folgen haben. Gut geschulte Mitarbeitende bilden die erste Verteidigungslinie.

Dieser proaktive Ansatz spart langfristig Kosten, schützt Produkte und Unternehmensimage und senkt gesundheitliche Risiken sowie Audit-Ausfälle. Schädlinge lieben das Verborgene – Schulungen sind deshalb keine Kostenstelle, sondern eine Investition in Prävention.

Mitarbeitende zu schulen befähigt sie nicht nur, aktiv zu einem schädlingsfreien Umfeld beizutragen, sondern fördert auch eine Kultur der Wachsamkeit und Verantwortungsbereitschaft.


Eine Kultur von Bewusstsein fordern

Mitarbeitende müssen verstehen, warum es wichtig ist, Schädlingsbefall sofort zu melden und dauerhaft präventiv zu handeln.

  • Erklären Sie die Relevanz: Wenn Mitarbeitende die Risiken – z. B. gesundheitliche Gefahren, Imageschäden oder Produktionsausfälle – kennen, handeln sie wachsamer.
  • Verantwortlichkeiten zuweisen: Legen Sie genau fest, wer was macht. Verknüpfen Sie tägliche Aufgaben mit Präventionsmaßnahmen – z. B. Dichtung von Eintrittspunkten durch das Technik-Team, Prüfung von Lieferungen im Lager etc.

Grundlagen der Schädlingsbiologie und -verhalten vermitteln

Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden zu häufig vorkommenden Schädlingen im Betrieb – Lebenszyklus, Verhalten und bevorzugte Lebensräume. Dieses Wissen bildet die Basis für effektive Prävention.

Praktische Tipps zur Einbindung – Do’s:

  • Organisieren Sie interaktive Webinare oder Workshops
  • Bringen Sie hochwertige Poster und Aufkleber an: Platzieren Sie sie strategisch in Gemeinschaftsbereichen, mit Bildern und Erkennungsmerkmalen typischer Schädlinge in Ihrer Branche. Fügen Sie Größenvergleiche und potenzielle Verstecke hinzu.
  • Nutzen Sie Präsentationsbildschirme oder Pinnwände in Gemeinschaftsbereichen, um eine Slideshow oder einen saisonalen Schädlingskalender zu zeigen.
  • Integrieren Sie Tipps in den Unternehmens-Newsletter
  • Erstellen Sie ein Intranet-Thema rund um Schädlingsprävention
  • Verteilen Sie Informationsflyer und handliche Karten mit Bildern, Beschreibungen und Verhalten typischer Schädlinge
  • Entwickeln Sie eine web- oder app-basierte Lernlösung mit Bildern, Beschreibungen und Quizfragen zur interaktiven Schulung
  • Nutzen Sie Bildschirmschoner oder PC-Hintergründe mit Informationen, die regelmäßig vom IT-Team aktualisiert werden
  • Integrieren Sie ein Schulungsmodul über Schädlinge & Prävention in das Einarbeitungsprogramm Ihrer Mitarbeitenden
  • Führen Sie Aktionen wie „Schädling der Woche“, Suchspiele oder Rollenspiele durch

Kooperieren Sie mit Ihrem Schädlingsbekämpfungspartner.

Viele bieten Schulungsprogramme, Infomaterialien oder sogar spielerische Lernmethoden zur wirksamen Mitarbeitereinbindung.

Wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeitenden sich aktiv und kooperativ bei der Schädlingsprävention beteiligen, vermeiden Sie Folgendes:

Mitarbeiterschulung – Don’ts

  • Nur auf Vorträge oder passives Lernen setzen: Vermeiden Sie Schulungen, die nur auf Frontalunterricht beruhen. Passives Lernen führt oft zu geringer Aufmerksamkeit und schwächerem Wissenstransfer.
  • Sprachbarrieren und Leseverständnis ignorieren: Berücksichtigen Sie Sprachkenntnisse und Lesefähigkeiten der Mitarbeitenden. Verwenden Sie einfache, klare Sprache, bieten Sie Übersetzungen an und unterstützen Sie bei Bedarf mit zusätzlichem Material.
  • Praktische Übungen vernachlässigen: Mitarbeitende sollten ihr Wissen in der Praxis anwenden können – z. B. durch Probeinspektionen oder das Umsetzen präventiver Maßnahmen.
  • Feedback oder Bedenken von Mitarbeitenden ignorieren: Nehmen Sie jede Rückmeldung ernst – auch kleinere Hinweise. Denken Sie daran: Mitarbeitende sind oft die Ersten, die Schädlingsprobleme bemerken.
  • Annehmen, dass eine einmalige Schulung ausreicht: Schädlingsprävention ist ein kontinuierlicher Prozess. Schulungen müssen regelmäßig aufgefrischt werden, um neuen Standards, Regelungen und betriebsspezifischen Herausforderungen gerecht zu werden.

Versand, Lagerung und Handhabung: Die Lieferkette absichern

Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden im richtigen Umgang mit Waren und Materialien. Betonen Sie die Bedeutung von Wareneingangskontrollen, dem Verschließen von Behältern, dem Einsatz luftdichter Lagerlösungen, der sofortigen Beseitigung leerer Verpackungen oder Kartons, dem sachgerechten Umgang mit verpackten Lebensmitteln sowie der umgehenden Reinigung von Verschüttungen.

Dieser proaktive Ansatz minimiert die Möglichkeiten für Schädlinge, gelagerte Produkte zu befallen oder zu verunreinigen.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Gut informierte und befähigte Mitarbeitende tragen zu einem gesünderen, sichereren und produktiveren Arbeitsumfeld bei. Das bringt viele Vorteile mit sich – unter anderem eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Schädlingsanzeichen, geringere Risiken und Kosten durch Schädlingsschäden sowie bessere Hygienepraktiken.

Das Ergebnis: Schädlingsbefall tritt seltener auf, und Mitarbeitende engagieren sich stärker für ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld – im Einklang mit Lebensmittelsicherheitsstandards und IPM-Richtlinien.

Klare Meldewege für Schädlingssichtungen einführen

Alle Mitarbeitenden sollten wissen, wie und wo sie Schädlingsaktivitäten oder Anzeichen dafür melden können. Etablieren Sie ein klares Meldeprotokoll und kommunizieren Sie es regelmäßig:

  • Was gehört in den Bericht? Zeit, Ort, Art des Schädlings, ergriffene Maßnahmen usw.
  • Wann sollte gemeldet werden? Z. B. bereits bei einem Insekt oder ab fünf
  • Legen Sie zentrale Rollen für die Kommunikation fest
  • Wer ist Ansprechpartner und nimmt die Meldung entgegen?

Einfache und offene Kommunikation ermöglichen

Richten Sie einfache Wege für Schädlingsmeldungen ein – zum Beispiel eine „Schädlings-Hotline“, eine spezielle E-Mail-Adresse, eine Ansprechperson pro Abteilung oder ein zweiwöchentliches Meeting mit dem Qualitätsmanagement. Ein unkomplizierter Meldeweg fördert das Engagement der Mitarbeitenden.

Ebenso wichtig: Kommunikation muss in beide Richtungen erfolgen. Rückmeldungen und Berichte des Schädlingsbekämpfungspartners sollten auch an die relevanten Personen im Unternehmen zurückfließen – so wissen alle Beteiligten, was gut läuft und wo es Verbesserungsbedarf gibt.

Ein Hygiene- und Reinigungsprotokoll einführen

Schlechte Hygienebedingungen untergraben jedes Schädlingsmanagementsystem. Ein unordentlicher oder unsauberer Arbeitsplatz macht es Schädlingen leichter, Nahrung, Wasser oder Nistplätze zu finden – und sich unbemerkt auszubreiten.

Ein konsequentes Hygieneprotokoll verhindert ihre Anwesenheit und Kontamination:

  • Erstellen Sie einen Hygieneplan mit regelmäßigen Reinigungsintervallen für alle Bereiche
  • Stellen Sie ausreichend verschließbare Abfallbehälter bereit
  • Achten Sie auf geeignete Arbeitskleidung: Kittel, Haarnetz, Handschuhe, kein Make-up oder Schmuck
  • Reinigen Sie Geräte und Maschinen nach täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Plänen
  • Fördern Sie Ordnung am Arbeitsplatz durch Plakate in Pausenräumen oder der Kantine
  • Reinigungsmittel sollten stets griffbereit und leicht zugänglich sein

Lernen hört nie auf

Wissenschaft, Schädlingsbekämpfungsmethoden, Gesetzgebung und auch die Schädlinge selbst entwickeln sich ständig weiter. In einigen Jahren könnten durch den Klimawandel neue Schädlingsarten auftreten, und gesetzliche Vorgaben könnten den Einsatz chemischer Mittel in Produktionsbereichen verbieten.

Deshalb ist es wichtig, Mitarbeitende kontinuierlich zu schulen, bestehende Protokolle regelmäßig zu überprüfen und Schulungsmaterialien jährlich zu aktualisieren. Wiederkehrende Themen im Intranet, ein Modul im Schulungsprogramm oder ein vierteljährlicher Newsletter eignen sich dafür ideal.

Um eine vollständige Schädlingskontrolle zu erreichen, braucht es Teamarbeit. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden das Wissen und die Fähigkeiten, um zu wertvollen Verbündeten beim Schutz Ihrer Einrichtung zu werden. Investieren Sie in Schulung und in die kontinuierliche Wirksamkeit Ihres IPM-Programms – so bleiben Schädlinge dauerhaft draußen.

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